Shades of Milk and Honey

Shades of Milk and Honey

Shades of Milk and Honey ist der erste Band der fünfteiligen romantischen Fantasy-Reihe “The Glamourist Histories”, die im England der Regency-Zeit spielt. Erschienen ist der Band 2010, Autorin ist Mary Robinette Kowal.

Warum hab ich das Buch ausgewählt?

Dem Titel des Buchs bin ich während einer Recherche für meinen Blog-Artikel “Setting meistern (4/4)” begegnet – und fand ihn sofort sehr ansprechend. Dann dämmerte mir, dass die Autorin dieselbe Mary Robinette ist, die ich wöchentlich im Podcast Writing Excuses höre. Mary Robinette Kowal ist mehrfache Hugo-Award-Gewinnerin und bereits ihren Vortrag zu Kurzgeschichten fand ich genial. Das machte mich sehr neugierig – und ich wurde in meiner Wahl nicht enttäuscht.

Über das Buch

Protagonistin der Geschichte ist die talentierte Jane, älteste Tochter der Familie Ellsworth und aufgrund ihres eher durchschnittlichen Aussehens, das Sorgenkind des Vaters, der sie gerne verheiratet sähe. Problem ist nur: Neben ihrer wunderschönen, aber launenhaften Schwester Melody verblasst Jane zur Unsichtbarkeit. Im Gegensatz zu Melody, versteht sich Jane jedoch auf die schönen Künste. Besonders Glamour – eine Form von Magie, die der Verschönerung und Unterhaltung dient – beherrscht sie wie keine andere und kann dadurch zumindest zeitweise die Blicke von potentiellen Heiratskandidaten auf sich ziehen. Beide Schwestern hegen Gefühle für ihren gut aussehenden Nachbarn Mr. Dunkirk, der Melody für ihre Schönheit und Jane für ihr Talent bewundert.

Als Lady FitzCameron zu einem großen Ball einlädt, um die Ankunft ihres Neffen Captain Livingston gebührend zu feiern, entspinnt sich die Geschichte. Zur gleichen Zeit ist nämlich der berühmte Glamourist Vincent, der bereits für den Prinzregenten Aufträge durchgeführt hat, für Lady FitzCameron tätig. Der wortkarge und kantige Vincent ist damit beauftragt, den Speisesaal auf Banbree Manor umzugestalten. Bald stellt sich heraus, dass Jane in ihren magischen Fähigkeiten Vincent in nichts nachsteht – und Glamour zu weit mehr genutzt werden kann, als nur zur Unterhaltung. In ihrem Versuch, die impulsive Melody davon abzuhalten, mit Livingston – der drei Damen gleichzeitig die Ehe versprochen hat – durchzubrennen, entdeckt Jane ihr magisches Potential und findet die wahre Liebe.

Was ich mochte

Mary Robinette beschreibt das Buch in vier Worten: Jane Austen mit Magie. In Writing Excuses spricht sie darüber, wie sie The Glamourist Histories geschrieben hat:

I would read a chapter of Jane Austen, and then I would write a chapter. (…) I was using it as a conscious upload of her language.

Writing Excuses – Episode 15.06

Ich mag Jane Austen und daher war dieses Buch für mich ein richtiger Wohlfühlroman. Die Geschichte lehnt in vielen Elementen deutlich an Austens Roman Stolz und Vorurteil an, wandelt ihn aber auf gekonnte Art ab. Beim Lesen wurde mir nie langweilig und ich war fasziniert davon, wie Mary Robinette Glamour erklärt. Da ich nicht wusste, dass glamour neben Glanz auch Zauber bedeutet, hat mich die erste Begegnung mit der Magie besonders in Bann gezogen.

The smell of jasmine nearly overpowered her, burning her nose and making her eyes water. Her younger sister, melody, who wove folds of glamour in the corner, was evidently the source of the overwhelming aroma.
“Melody, what in heaven’s name are you doing?”
Melody jumped and dropped the folds of glamour in her hands; they dissolved back into the ether from whence she had pulled them.

Shades of Milk and Honey – Chapter 1

Was ich nicht mochte

Im letzten Kapitel wechselt die personale Erzählperspektive zur auktorialen — teilweise, um die Handlung abzukürzen oder zusammenzufassen. Das ist meiner Meinung nach nicht erforderlich und hat mich persönlich gestört.

She got not further, for Jane flew across the room and hugged her sister, weeping with her. We shall leave them there as they exchange many heartfelt words, intermingled with tears and laughter.

Shades of Milk and Honey – Chapter 26

Zusätzlich hätte es mich gefreut, wenn neben der Magie auch weitere überraschende Elemente hinzugekommen wären. Der Roman ist im Guten wie im Schlechten “Jane Austen mit Magie”.

Meine Lieblingsstelle

Ich mochte vor allem den Humor im Buch. Gerade die Dialoge fand ich sehr gelungen.

Please, Miss Ellsworth, do not torture me with your civil phrases. Or at least use them to accept my gratitude with grace. (…) And your glamour reflects that. You are one of the finest natural technicians I have seen, and you have a rare I for form; but for all that your art is lifeless.”
”Are these the words of thanks you want me to accept with grace?

Shades of Milk and Honey – Chapter 15

He laughed. “Oh, you women are so melodramatic. Do not expect me to catch you when you faint.”
“I would rather hit the ground. Good day, Sir.”

Shades of Milk and Honey – Chapter 24

Außerdem mochte ich die effektive Art, mit der die magische Welt evoziert wird. Eine besonders schönes Beispiel dafür findet sich im zweiten Teil der Reihe: Glamour in Glass.

Yet one could hardly express such doubts to his Royal Highness the Prince of Wales, Regent of the United Kingdom of Great Britain, Faerie, and Ireland.

Glamour in Glass — Chapter 1

Alle Bücher aus der Glamourist History-Reihe

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