Besuch von Gestern

Besuch von Gestern 1 Autofiktionale Schreibübung

Mit der Schreibübung “Besuch von Gestern” gewinnst du eine neue Perspektive auf deine Vergangenheit – indem du einer ganz besonderen Person begegnest.

Das Erzählen von Geschichten, insbesondere der eigenen Vergangenheit, wirkt stärkend auf deine Identität. Du entwickelst ein Gefühl von Kontinuität und Kohärenz. Das hilft dir nicht nur dabei, das Vergangene zu ertragen. Es breitet dich auch auf die Zukunft vor und macht dir die eigenen Stärken & Fähigkeiten bewusst (vgl. Schreiben zur Selbsthilfe, S.52/53).

Viel Spaß beim Schreiben!

So geht’s

Nimm dir für diese Übung etwa 30 Minuten Zeit. Die überschaubare Zeitmenge ist wichtig. Zeitbegrenzungen helfen dir nämlich dabei, leichter ins Schreiben zu kommen. Außerdem sorgen sie dafür, dass du während des Schreibens fokussierter bist. Zuletzt ist das pünktliche Aufhören die Voraussetzung für zukünftige Schreibfreude. Stell dir also einen Wecker auf 30 Minuten und schreibe einen freien Text zum folgenden Impuls. Nach Ablauf der Zeit beendest du deinen Text. Höre entweder einfach auf oder finde einen abschließenden Satz.

Dein Schreib-Impuls

Du sitzt beim Abendessen. Alles ist so, wie es gewöhnlich und typisch ist. Visualisiere kurz dein Alltagsszenario. Plötzlich klingelt es an der Tür. Du machst auf – und davor steht dein neunjähriges Ich.

Reflektierendes Schreiben

Um wieder im Hier und Jetzt anzukommen, lies dir deinen Text noch einmal durch. Nimm dir anschließend etwa 5 Minuten für eine kurze Reflexion. Beantworte dazu 3 Fragen:

  • Wenn ich das lese, fühle ich …
  • Wenn ich das lese, erkenne ich …
  • Wenn ich das lese, denke ich …

Eigener Text

Mein eigener Text hat mich wie ein Schlag getroffen und ich war während des Schreibens stark berührt. Mich hat überrascht, wie schnell dieser Text persönlich wurde und eine Tiefe entstand, die schmerzte. Da ist etwas Ehrliches entstanden, das mich erschreckt, aber auch wachgerüttelt hat.

Besuch von Gestern

Wie ist es dir bei dieser Schreibübung ergangen? War es für dich ein Text, der dir leicht gefallen ist? Hat er dich traurig oder glücklich gemacht? Welche Reflexionen nimmst du mit?

Anmerkung

Diese Schreibübung stammt aus dem Modul “Autofiktion” (Dozent: Thomas Avenhaus). Die Anleitung zum reflektierenden Schreiben ist dem Lehrbrief “Schreiben und Gesundheit” (Dozentinnen: Birgit Schreiber und Andreas Brüning) entnommen. Beide Module sind Teil des Master-Studiengangs “Biografisches und Kreatives Schreiben” an der ASH Berlin.

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